E-Learning-Modul zur Versuchsplanung und -durchführung in der Psychologie
Projektleitung:
Autoren:
M. Englisch
D. Ewert-Altenhain
M. Klein
P. Lemper
C. Scholl
J. Steffen

M. Górniak
J. Petzoldt
K. Schäfer
N. Weßels
Quellen:
Support:

Kontrollgruppen-Designs

Aus eLearning - Methoden der Psychologie - TU Dresden
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Die Kontrollgruppe ist eine Gruppe von Versuchspersonen, welche untersucht werden, ohne ein experimentelles Treatment erhalten zu haben. Sie dient zur Kontrolle von Störeinflüssen des zwischenzeitlichen Geschehens.

Eine Kontrollgruppe besteht aus mehreren Versuchspersonen. Im Vergleich zur Versuchsgruppe erhalten diese Teilnehmer kein experimentelles Treatment. Anhand der Kontrollgruppe untersucht man somit eine unbeeinflusste Situation. Durch sie können Störeinflüsse wie zum Beispiel Zeiteffekte oder Reifungseffekte kontrolliert werden. Es werden generell alle Veränderungen innerhalb und außerhalb der Person (das zwischenzeitliche Geschehen), die nicht aufgrund des Treatments zustande kommen (Sekundär- und Fehlervarianz) über die Kontrollgruppe erfasst. Wenn die Gruppen vergleichbar bezüglich ihrer Ausgangswerte sind, dann können solche Effekte durch die Ermittlung der Differenz zwischen Versuchs- und Kontrollgruppe herausgefiltert werden.

Eine Kontrollgruppe ist in einem wissenschaftlichen Experiment unabdingbar, um den auf die Maßnahme zurückgehenden Effekt in der richtigen Größenordnung erfassen zu können. Häufig sind jedoch zusätzliche Kontrolltechniken vonnöten, um sicherzustellen, dass der gemessene Effekt tatsächlich durch die Maßnahme und nicht durch andere Einflüsse (Störvariablen) verursacht worden ist.

Vermutlich am bekanntesten sind Versuche mit Placebo-Kontrollgruppen. Diese werden in dem Glauben gelassen, zur Treatment-Gruppe zu gehören, damit Effekte durch Erwartungen von Effekten des Treatments getrennt werden können.
Optimal ist ein Versuchsdesign, das sowohl Placebo-Kontrollgruppen, als auch Nullgruppen (komplett ohne Treatment) enthält.

Beispiel:
Es soll untersucht werden ob frustrierende Verkehrssituationen zu mehr aggressiven verbalen Äußerungen führen. Hierfür werden die Probanden per Zufall in 2 Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe wird frustrierenden Situationen (z.B. Stau, kein freier Parkplatz) ausgesetzt, die andere Gruppe nicht. Über eine Kamera werden die verbalen Äußerungen beim Fahren aufgenommen und im Anschluss ausgewertet. Die Gruppe, welche keine frustrierenden Verkehrssituationen erlebt, dient als Kontrollgruppe. Durch sie wird erhoben, wie häufig aggressive verbale Äußerungen ohne das Treatment auftreten.